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Zusammenfassung
ОглавлениеUnter Lernen versteht man überdauernde Änderungen im Verhaltenspotenzial als Folge von Erfahrungen. Antworten auf die Frage, welche Prozesse diesen Änderungen zugrunde liegen und durch welche Art von Erfahrungen sie ausgelöst werden, fallen je nach theoretischer Position recht unterschiedlich aus.
Aus assoziationstheoretischer bzw. konnektionistischer Sicht liegen den lernbasierten Änderungen des Verhaltenspotenzials durch Kontingenz entstandene Assoziationen zwischen Reizen und Reaktionsimpulsen bzw. zwischen verschiedenen Reizinformationen zugrunde. Sie werden ausgelöst durch raum-zeitliche Nähe oder andere Beziehungen mit Vorhersagegehalt.
Aus radikal-behavioristischer Sicht sind die dem Lernen zugrunde liegenden Prozesse nicht von Interesse. Interessant sind lediglich die Reizbedingungen, die die Verhaltensänderungen auslösen. Durch Kontrolle der für den Lernenden attraktiven Reize, etwa nach den Prinzipien variabler Verstärkungspläne, lässt sich Verhalten gezielt formen.
Kognitive Lerntheorien sehen im Aufbau und der Änderung von Wissen den zentralen Prozess des Lernens. Als Beschreibungsrahmen für diesen Prozess wird auf Modelle der menschlichen Informationsverarbeitung zurückgegriffen. Auf der Grundlage dieser Modelle hat man differenzierte Beschreibungen der zum Wissenserwerb führenden Mechanismen des Gedächtnisses vorgelegt. Das schließt Vorstellungen, die den konstruktivistischen Charakter des individuellen Wissensaufbaus betonen, mit ein.